Eine Kleinstadt in der norddeutschen Provinz. Sechs Menschen, die ein neues Kapitel in ihrem Leben aufschlagen. Ein Tag, der alles verändert. Nebel liegt über den Feldern und dem Kanal. Es ist, als ob der Winter nicht zu Ende gehen will.
Mit großer Erzähllust und feiner Ironie taucht Nava Ebrahimi ein in das Leben einer kleinen Stadt im Emsland und verknüpft die Geschichten von sechs Menschen zu einem mitreißenden Gesellschaftsroman über die Frage: Wie bleiben wir menschlich, wenn das Leben immer härter wird?
Nava Ebrahimi hat einen beeindruckenden, perspektivenreichen Roman vorgelegt, der, so Rezensentin Marie Schoeß, Deutschlandfunk, völlig zurecht schon vor Erscheinen auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand. Der gesellschaftliche Zwang, sich abzuhärten, wird Schoeß zufolge an allen Figuren deutlich, aus deren Perspektiven Nava Ebrahimi schreibt, so auch bei den Mitarbeiterinnen des Schlachthofs, der im Zentrum steht: Die »Kippmomente« sind ihr wichtig, bei denen jemand nachgibt, weich wird, bei denen sich die Vielschichtigkeit der Emotionen und der Perspektiven zeigt. Ein komplexer, in viele Gedankenläufe einführender Roman, hält die Kritikerin abschließend fest.
Nava Ebrahimi, 1978 in Teheran geboren, studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln.
Sie arbeitete als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland und der Kölner StadtRevue. Seit 2012 lebt sie mit ihrer Familie in Graz. Ihr Debütroman »16 Wörter« erschien 2017 und wurde mit dem Österreichischen Debütpreis ausgezeichnet. Für den Text »Der Cousin« erhielt sie 2021 den Ingeborg-Bachmann-Preis.
In der kommenden Spielzeit wird der Roman als Theaterinszenierung im TAM zu sehen sein.
Moderation: Birgit Beckermann
Musik: Alexander Lipan, Oud und Gitarre
Ort: Literaturbühne | EG
Eintritt: 15 € | Ermäßigt 10 € | Live-Stream 7 €
Der Einlass und die Abendkasse (falls noch Tickets verfügbar sind) beginnen um 19.30 Uhr.
Ticket buchen
Livestream buchen
https://pretix.eu/stabi-events/