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Geschäftsbericht 2008
EDITORIAL
Im Geschäftsbericht 2007 haben wir an dieser Stelle den Abschlussbericht der Enquetekommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages erwähnt, der im Dezember 2007 vorgelegt worden war. Er enthält eine Reihe präziser Anregungen und Hinweise zur Gestaltung der kulturellen Landschaft der Länder und der Kommunen, darunter konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Lage der Öffentlichen Bibliotheken. Sie haben wiederum eine relativ breite Resonanz in den Bundesländern gefunden hat. So hat das Land Thüringen 2008 ein Bibliotheksgesetz verabschiedet, das die Öffentlichen Bibliotheken als Teil der Bildungslandschaft definiert, ihnen jedoch den Status als kommunale Pflichtaufgabe nicht zuerkennt. Ein erster Schritt!
BIBLIOTHEKEN – ORTE UND ANGEBOTE FÜR BILDUNG, INTEGRATION UND LERNEN
Auch in Nordrhein-Westfalen hat der Landtag das Thema aufgegriffen und im April 2008 in Plenum und Kulturausschuss diskutiert. Der breite Konsens aller Parteien galt der Wertschätzung der Öffentlichen Bibliotheken als Orten der Begegnung und des selbstbestimmten Lernens und Arbeitens. Dissens herrschte hinsichtlich der adäquaten Mittel, den Bibliotheken das zu verschaffen, was sie anerkanntermaßen für ihre Arbeit benötigen, nämlich eine aufgabengerechte Ausstattung, Kontinuität und Verlässlichkeit – ohne diese Faktoren ist eine auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit angelegte Wirkung nicht zu erzielen. Gleichzeitig war zu erkennen, dass die Bibliotheken als Orte nicht zum ‚alten Eisen’ gehören. Zu vital haben sich im vergangenen Jahr die Besucher- und Ausleihzahlen in Nordrhein-Westfalen entwickelt. Allein in den 28 Großstadtbibliotheken wurden mehr als 37 Mio. Entleihungen gezählt und rund 15,8 Mio. Besucher. Der Landtag hat daher zunächst eine Bestandsaufnahme beauftragt: Nordrhein-Westfalens Bibliothekslandschaft besteht aus Großstadtbibliotheken und aus zahlreichen Bibliotheken in den eher ländlichen Regionen – Stand und Bedarf müssen geklärt sein.
DIE GEMEINDE-PRÜFUNGS-ANSTALT DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN UND DIE BIBLIOTHEKEN – FLÄCHENDECKENDER RÜCKBAU?
Zahlen und Empfehlungen ganz anderer Art legte Ende 2008 die Gemeindeprüfungsanstalt NRW in ihrem Untersuchungsbericht über die 23 kreisfreien Städte Nordrhein-Westfalens vor. Sie untersuchte die Ausgaben der Kommunen im Berichtsjahr 2006 z.B. im Bereich der Öffentlichen Bibliotheken und setzte dann die Kommune mit den geringsten Aufwendungen pro Bürger als Benchmark und Richtgröße – die Kommune mit dem geringsten Versorgungsgrad der Bevölkerung gilt nach dieser Logik als ein Beispiel „guter kommunaler Praxis“. Damit musste sich in allen anderen Kommunen rein rechnerisch ein zu hoher Aufwand ergeben – es droht landesweit ein Rückbau der kommunalen Bibliotheken, der sich zumeist zu Lasten der dezentralen Angebote auswirken wird.
ANHANG
- Anlage 1: Unsere Stadtteilbibliotheken (171,88 KB)
- Anlage 2: Medien, Service, Nutzung 2004 - 2008 (130,68 KB)
- Anlage 3: Ausleihen 2004 - 2008 (46,44 KB)
- Anlage 4: Besucher 2007 - 2008 (46,39 KB)
- Anlage 5: Bibliotheksausweis-Kunden nach Alter (46,43 KB)
- Anlage 6: Bibliotheksnutzung und Personalstärke 2000 – 2009 (47,09 KB)
- Anlage 7: Buch- und Medienerwerbungsmittel 2008 (48,49 KB)
- Anlage 8: Erwerbungsausgaben pro Einwohner, alle NRW-Großstadtbibliotheken 2007 - 2008 (47,53 KB)
- Anlage 9: Personalausgaben pro Einwohner, alle NRW-Großstadtbibliotheken 2007 - 2008 (50,68 KB)