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Sammlungen
Sammlung Loebell
Die Sammlung des Gelehrten Johann Wilhelm Loebell ist ein Teilbestand der Bibliothek des Bielefelder Ratsgymnasiums und gehört der Stadt Bielefeld. Sie umfasst rund 5.000 Bände, die vor allem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von dem namengebenden Historiker gesammelt worden sind. Der Bestandsschwerpunkt liegt eindeutig im Bereich Geschichte. Hier sind alle wichtigen Werke von der Universalgeschichte bis zur Lokalgeschichte, die ein Gelehrter des frühen 19. Jahrhunderts benötigte, geschlossen erhalten geblieben.
Die zweitgrößte Gruppe stammt aus dem Bereich der deutschen Literatur, vor allem aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Zudem ist die Klassische Philologie mit einigen hundert Bänden vertreten. Quantitativ gesehen folgen Theologie und Philosophie. Die Sammlung enthält eine große Anzahl von Ausgaben in den Sprachen des klassischen Altertums. Der größte Teil des Bestandes ist aber in deutscher Sprache gedruckt; einiges ist aber auch in englischsprachigen oder französischen Ausgaben vorhanden. Unter der Regie der Stadtbibliothek Bielefeld wurden die Bücher mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft erstmals in der ersten Hälfte der 90er Jahre vollständig katalogisiert. Sie sind über den Online-Gesamtkatalog der Stadtbibliothek recherchierbar. Die historischen Bibliotheksräume wurden zugleich von der Stadt Bielefeld renoviert, so dass hier ein geistesgeschichtlich bedeutender Buchbestand für die Nachwelt erhalten bleibt.
Wer war Loebell?
Der Philologe Johann Wilhelm Loebell (1786-1863) promovierte 1818 in Breslau und folgte 1829 einem Ruf als Professor der Geschichte an die Universität Bonn. Sein universalistisches Konzept ist durch seine Freunde Friedrich von Raumer und Ludwig Tieck beeinflußt. Loebells Hauptwerk Gregor von Tours und seine Zeit erschien 1839. Unter anderem beschäftigte er sich intensiv mit den Bildungsinhalten des Gymnasiums. Seine Privatbibliothek hinterließ er einem Gymnasium, das bereit war, seine Sammlung nach seinem Tode fortzuführen, was in Bielefeld auch bis 1924 geschah.
Einschätzung
Der renommierte Literaturhistoriker Paul Raabe bezeichnet in einem 1984 erstellten Gutachten die Loebell'sche Sammlung als eine "außerordentlich interessante Gelehrtenbibliothek eines Liebhabers der deutschen Literatur. In ihrer Geschlossenheit ist sie ein wichtiges kulturelles Dokument zum geistigen Leben des 19. Jahrhunderts in Deutschland." Er betont ihren hohen kultur- und speziell bildungsgeschichtlichen Wert.
Nutzung
Recherchierbar sind die Stücke aus der Sammlung über den Online-Gesamtkatalog der Stadtbibliothek. Für wissenschaftliche Zwecke ist diese Literatursammlung einsehbar. Werke, die vor 1900 erschienen sind, werden weder direkt noch über die Fernleihe ausgeliehen. Sie können aus Sicherheitsgründen nur vor Ort benutzt werden. Bitte wenden Sie sich direkt an das
Ratsgymnasium Bielefeld
Nebelswall 1
33615 Bielefeld
Tel.: 0521 51-2394 oder an die
Stadtbibliothek Bielefeld
Wilhelmstr. 3
33602 Bielefeld
Tel.: 0521 51-5000
Stiftung Herta Koenig
Hertha Koenig (geboren am 24. Oktober 1884 auf dem ostwestfälischen Gut Böckel (www.gutboeckel.de) und mit 92 Jahren am 12. Oktober 1976 ebendort gestorben) war Schriftstellerin, Mäzenin und Kunstsammlerin. In den 20er Jahren wurde sie zu den bedeutendsten Lyrikerinnen ihrer Zeit gezählt. Zu ihrem Freundeskreis gehörten Rainer Maria Rilke, der ihr seine 5. Duineser Elegie widmete, Oscar Maria Graf, Marie von Ebner-Eschenbach, Carl-Jacob Burckhard, Martin Heidegger und Theodor Heuss. Ausführliche Informationen zu Leben und Werk Hertha Koenigs finden Sie hier .
Nach ihrem Tod ging ihre Kunstsammlung an die Kunsthalle Bielefeld, ihre Bibliothek vermachte die Dichterin der Stadtbibliothek Bielefeld. Der Nachlass der Manuskripte und Briefe wurde 1986 vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach übernommen. Seit 1992 veröffentlicht der Bielefelder Pendragon Verlag die Gedichte, Romane und Erinnerungen Hertha Koenigs einschließlich der Werke aus dem Nachlass.
Neben der "Stiftung Hertha Koenig", also ihrer Privatbibliothek bestehend aus weit über 1000 Bänden, hat die Stadtbibliothek Bielefeld natürlich auch die Werke der zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Dichterin in ihrem Bestand.